White Wine
Deathrite
Photo Gallery
23.07.15
25.07.15
24.07.15
Not on Tour
Ramming Speed
Nine Eleven
Wild Animals
7 Seconds
Nervöus
Give
Endpoint
Doomsisters
 

Fluff Fest (23.07.15)

Nach 3 Jahren Abstinenz hat es mich mit fast exakt der gleichen Reisegruppe wieder nach Rokycany, Tschechien zum Fluff Festival verschlagen. Wie jedes Jahr beginnt das Festival mit einem Warm Up Tag in der Zelt Stage am Donnerstag bevor dann Freitag, Samstag und Sonntag alle Bühnen eröffnet werden. Bei meinem letzten Fluff Festival waren zu diesem Zeitpunkt auch noch relativ wenige Besucher anwesend, dieses Jahr war das komplett anders und die Auto/Camping Area war schon am Donnerstagabend zum größten Teil gefüllt.
Nachdem wir unsere Zelte und einen Sonnen bzw. Regenschutz aufgebaut haben, war es auch schon relativ spät und wir haben uns auf den Weg zum eigentlichen Festival Gelände gemacht um Deathrite anzusehen. Die Zelt Stage war schon während dem Soundcheck prall gefüllt und nach dem ersten düster durchgeknüppelten Hardcore/Metal Song hat sich schon ein ordentlicher Pogo Mob vor der Bühne gebildet. Ziemlich ordentlich was die Dresdner da abgeliefert haben, auf dem Rückweg zum Zeltplatz hat dann auch noch die Open Stage/Psych Stage aufgemacht (Bis abends „normale“ Musik, ab spätem Abend auch elektronische Musik) und nach zwei/drei Songs von White Wine (Elektropop mit Rock-Einflüssen oder andersrum) hab ich mich dann auch schlafen gelegt.'

24.07.15

Am Freitag ist klar geworden, dass die Festival Veranstalter nichts von der desaströsen Toilettensituation von vor 3 Jahren gelernt haben und die aufgebauten Dixis exakt wie damals erstmals am Abend geleert wurden.  Bei schätzungsweise 4.000 Festivalbesuchern und einem Warm Up Tag sind nun mal die Toiletten ab Freitagmittag ohne Reinigung am Morgen kaum noch zu nutzen *ekelhaft*. Nach einigen Bieren und der ersten richtig guten Band auf der Open Stage (Wild Animals) konnte man aber etwas darüber hinwegsehen. Das erste Highlight des Festivals gab es dann auch schon am Nachmittag, Not on Tour haben mit ihrem treibend schnellem Poppunk (äh nein, nicht die Art Blink 182 Poppunk) die Zelt Stage zum Kochen und auch die ersten Stagediver zum Fliegen gebraucht.

Zwischen Ramming Speed (Trashiger Metal ala Municipal Waste, allerdings mit weniger Dampf) und Nine Eleven (Fetter Hardcore/Screamo)  auf der Main Stage  habe ich dann immer wieder das Essenszelt aufgesucht, beim Fluff wird generell nur Veganes Essen angeboten und zwar in reichlicher Fülle. Neben Burgern bekommt man Döner, Wraps, Pommes , Cupcakes und etliches mehr zu wirklich sehr günstigen Preisen (nebenbei ist das Bier mit 1,50 auch spotbillig).
Um etwa 19 Uhr hat dann die vierte Stage geöffnet und mit dem Namen Play Fast auch einen absolut treffenden Namen. Mit jeweils 20 Minuten Spielzeit waren dort  Bands zu sehen welche brachial schnellen Sound gegen das Publikum schmetterten (hauptsächlich kleine Tschechische Bands).
Die Platzwahl der Bühne war allerdings nicht die beste Entscheidung da sie direkt zwischen Main Stage und Zelt Stage platziert war. Die Bands im Zelt konnte man jetzt nur noch hören wenn man direkt im Zelt war (immer maximal überfüllt) und im hinteren Teil der Main Stage hatte man ebenfalls einen ziemlich gemischten Sound von zwei Stages.

Die Hardcore-Punk Legende 7 Seconds war dann am Freitag der Hauptact und hat wie eine Bombe eingeschlagen. Die Leute sind wie die Verrückten abgegangen (sucht einfach mal bei Youtube 7 Seconds + Fluff) und es wurde auch kein wichtiger Song von den Alben „The Crew“ und „Walk Together, Rock Together“ ausgelassen. Auch die Band war von der Ausgelassenheit der Menge enorm überrascht, dass hat nicht einmal nachgelassen als das peinliche 99 Red Ballons (why?) gespielt wurde.
Die Nacht verlief dann alles andere als ruhig, da die Veranstalter wohl den Rave/Techno für sich entdeckt haben und ab ca. halb 2 bis halb 5 morgens über den kompletten Zeltplatz den Krach dröhnen ließen (bzw. das einfach zugelassen haben). Neben der Toilettensituation für mich der größte Kritikpunkt am gesamten Festival.

25.07.15

Ziemlich unausgeschlafen war am Samstag meine erste Anlaufstation die Open Stage mit Nervöus aus Berlin. Davor gab es aber eine kurze aber ziemlich heftige Abkühlung in Form eines Regensturzes mit ziemlich extremen Windböen. Ich und meine Reisegruppe konnte gerade noch Schutz im Auto suchen und das erste Mal war ich richtig froh mein Zelt ordentlich mit Heringen befestigt zu haben. Nach dem Sturm war kaum noch ein Pavillon am Stehen und auch unser Regenschutz musste durch eine gebrochene Stange neu aufgebaut werden.
Zurück zu Nervöus, das Quintett habe ich schon diverse Mal gesehen und wurde auch nie enttäuscht, beim Fluff Fest war das jetzt etwas anders, da die typisch düstere Atmosphäre eines kleinen Kellerkonzerts gefehlt hat. Der ganze Sound wirkte durch den Sonnenschein irgendwie deplatziert, wenn die Band in der Zelt Stage spielen hätte dürfen, wäre das auf jeden Fall passender gewesen.

Nach Give auf der Hauptbühne (Funkig, rockiger Metal mit HC Einflüssen) und einem kurzem Abstecher in ein Zelt welche mit Dokumentarfilmen und Singer-Songwritern etwas Abwechslung in das Fluff Fest bringt war dann Zeit für Endpoint auf der Main Stage. Bis auf ein paar Songs kannte ich kaum etwas von der Band, nach ihrem Auftritt mit Hardcore Songs welche immer mit politischen und sozialkritischen Texten versehen sind wird sich das aber auf jeden Fall ändern.
Die Play Fast Stage habe ich vorhin schon einmal erwähnt und eine Band habe ich dann doch bewusst auf dieser Stage angeschaut. Doomsisters aus Frankreich waren mir schon vage bekannt, da sie mit meinen Freunden von Per Capita (auschecken) gerade eine Split 7 aufgenommen haben. Mit Ihrem Crust/Grind haben sie auch (wie alle Bands) wunderbar auf die Bühne gepasst, ich habe zwar nicht viel Unterschied zu den anderen Bands gehört weil dort alle ein ähnliches Geknüppel runterspielen aber der Crowd hat es gefallen (siehe Bilder).

Am Sonntag und nach einer erneut nervigen Nacht (Fluff Rave *gähn*) ging es relativ früh nach München zurück. Ich bin mir nach den ganzen Kritikpunkten (Toiletten, Nachtrave, Play Fast Bühnenplatzierung) noch nicht sicher ob ich nächstes Jahr wieder auf das Fluff fahre. Es spielen zwar immer tolle Bands, es gibt hervorragendes Veganes Essen und alles ist enorm günstig (btw gibt es auch noch ein riesiges Schwimmbad, einige 100 Meter vom Gelände entfernt) aber ich war doch oft sehr genervt und vor allem unausgeschlafen, naja mal abwarten was nächstes Jahr so spielt.

 

 

STEAMOGRAPHY
analog photography